Wir halten Sie auf dem Laufenden- Thema "Pflegepersonal und Pflegehilfe"

"Deutschland in der Pflegefalle: Wohin mit unseren Alten?"
Menschen bei Maischberger: Markus Breitscheidel: Der Enthüllungsautor zeichnet ein erschütterndes Bild vom Alltag in deutschen Pflegeheimen. Ein Jahr lang hat er verdeckt in Heimen gearbeitet. "Ich hatte ständig ein schlechtes Gewissen", so der studierte Wirtschaftswissenschaftler. Hilflose Alte würden oft von unqualifizierten Pflegekräften im "Akkord abgearbeitet" und mit Medikamenten ruhig gestellt.
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Die pflege reform 2008"
Die Reform der Pflegeversicherung - Höhere Beiträge, mehr Leistungen. Der Staat reagiert im Rahmen der Pflege-Reform auf die neuen Bedürfnisse in unserer Gesellschaft. Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz verändert die Strukturen der Pflege zugunsten aller Beteiligten, insbesondere aber der Pflegebedürftigen, der Angehörigen und der Pflegenden. Das Pflegegeld wird stufenweise bis 2012 angehoben wie folgt: Pflegestufe I € 235, Pflegestufe II € 440, Pflegestufe III € 700.
Hier finden Sie die wichtigsten Punkte im Überblick...

 

Bayerische Fernsehen - 24 Std. Betreuung

 

 Illegale Vermittlung von Arbeitskräften Wer eine Pflegekraft braucht, steckt in einem Dilemma: Deutsche Pflegekräfte kann sich kaum jemand leisten. Eine offiziell eingestellte deutsche Haushaltshilfe wäre vielleicht bezahlbar, darf aber keine Pflegetätigkeiten ausüben. So suchen sich Angehörige von Pflegebedürftigen in ihrer Not billige osteuropäische Hilfen, die möglicherweise keine Arbeitsgenehmigung haben - und geraten so in die Illegalität

Seit Monaten wurde im Gerichtssaal A232 im Münchner Justizgericht in der Nymphenburgerstraße verhandelt. Eigentlich war es nur ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Doch es ging um viel - eine gewaltige Grauzone in der häuslichen Altenbetreuung: wenn Billigkräfte aus Osteuropa ohne Arbeitserlaubnis in Deutschland arbeiten.

Legal oder illegal?

Es war ein Prozess, dessen Ausgang die gesamte Pflegeszene beeinflusst. Eigentlich ist es "nur" ein Bußgeld-Prozess: Ein Münchner Anwalt soll zusammen mit einem ungarischen Geschäftsmann ungarische Haushaltshilfen als Alten-Betreuerinnen an deutsche Haushalte vermittelt und dafür kräftige Gebühren verlangt haben. Die Frauen hatten hier offenbar unerlaubt, ohne Arbeitsgenehmigung, unter dem Mantel der "Selbständigkeit" gearbeitet. Der Zoll verlangte vom Anwalt dafür ein Bußgeld von 180.000 Euro. Das Amtsgericht reduzierte den Betrag auf 36.800 Euro. Der Mann habe sich der vorsätzlichen Beteiligung an einer Ordnungswidrigkeit schuldig gemacht.

Das Urteil könnte aber weitreichende Folgen für die häusliche Pflege in Deutschland haben. Die gängige Praxis von Familien, aus finanziellen Gründen ausländische Pflegekräfte zuhause als Selbstständige zu beschäftigen, gilt damit als illegal, weil es sich um Scheinselbstständigkeit handelt.

Das Dilemma kann jeden treffen: Wer eine Pflegekraft braucht, könnte eine deutsche Kraft einstellen. Doch eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch deutsche Pflegekräfte wäre kaum bezahlbar. Je nach Region würde es die Angehörigen bis zu 8.000 Euro im Monat kosten. Haushaltshilfen dagegen wären vielleicht bezahlbar, dürfen aber offiziell keine pflegerischen Tätigkeiten übernehmen."Diese Haushaltshilfe dürfte zum Beispiel das Essen kochen, aber darf es nicht verabreichen. Alte Frau muss zur Toilette, darf nicht, ist pflegerische Leistung. Ist absurd, weil realitätsfern. Weil sie können nicht sagen, Frau Müller muss aufs Klo, rufen sie die Arbeiterwohlfahrt an, kommen sie vorbei."

Die Alternative: bezahlbar aber illegal. Es gibt eine Alternative: Eine osteuropäische Haushaltshilfe kostet im Schnitt ganze 1.400 Euro - hat aber möglicherweise keine Arbeitsgenehmigung. Und so landen immer mehr Familien in der Illegalität, weil sie sich legale Pflege nicht leisten können. Ein gewaltiger grauer Markt ist gewachsen. Unseriöse Vermittler versuchen, Haushaltshilfen als selbstständige Altenpfleger anzubieten - was sie nach Auffassung der Behörden nicht sind. Pflegekritiker Claus Fussek kann die Nöte der Angehörigen gut nachvollziehen."Sie können sich entscheiden, ich verstoße gegen das Ausländerrecht  - oder ich lasse meine Mutter, meinen Vater im Stich, das ist unterlassene Hilfeleistung, oder meine Eltern müssen in ein Pflegeheim, in das sie nie hinein wollten."

Eine rechtliche Grauzone.

Die ehemalige Krankenschwester Ghita Lange kämpft auf der Seite der Familien. Legal, wie sie meint. Sie vermittelt polnische Haushaltshilfen für unter 2.000 Euro. Sie sind in Polen fest angestellt, sind sozial- und krankenversichert. Die Behörden sind skeptisch. Zwar ist dieser Weg prinzipiell möglich, allerdings nur, wenn die Mitarbeiter mindestens zur Hälfte in ihrer Heimat beschäftigt werden.

Das Risiko bleibt - wer eine erschwingliche Haushaltshilfe aus dem Ausland sucht, ist schnell in einem rechtlichen Graubereich. Was bleibt, ist der teurere Weg über das Arbeitsamt. Dann hat man eine Haushaltshilfe - eine Pflegerin allerdings noch immer nicht.